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Jahrestagung 2016

„Von gestern nach morgen, von hier nach dort“: Selbsthilfeunterstützung im demografischen Wandel

38. Jahrestagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V.
1. bis 3. Juni 2016 in Schwerin

Unter dem Motto „Von gestern nach morgen, von hier nach dort“ widmete sich die 38. Jahrestagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen (DAG SHG) e.V. vom 1. bis zum 3. Juni 2016 in Schwerin dem demografischen Wandel und den damit verbundenen Herausforderungen für die Selbsthilfeunterstützungsarbeit. Denn Überalterung, Entvölkerung und kulturelle Vielfalt verändern auch die gemeinschaftliche Selbsthilfe in Deutschland. In mehreren Arbeitsgruppen diskutierten rund 150 Akteure, Fachkräfte und Multiplikator/innen der Selbsthilfe und Selbsthilfeunterstützung über diese Entwicklungs- und Wandlungsprozesse.

Die Tagung wurde vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. In einem schriftlichen Grußwort würdigte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) die "wertvolle Arbeit" der rund 300 Selbsthilfekontaktstellen in Deutschland. Als Fachverband der Selbsthilfeunterstützung forderte die DAG SHG e.V. aus Anlass der Tagung einen flächendeckenden Auf- und Ausbau dieser hauptamtlichen Selbsthilfeunterstützungsstrukturen in Deutschland.

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Von gestern nach morgen, von hier nach dort
38. Jahrestagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen mit 150 Fachkräften
Ruth Pons (NAKOS) | 2016
 

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Grußwort der Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig
Jahrestagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V. (DAG SHG)
1. Juni 2016 | Schwerin

Begrüßung
Sabine Klemm ( Landesarbeitsgemeinschaft der Selbsthilfekontaktstellen Mecklenburg-Vorpommern e.V. und KISS Schwerin) | 2016

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10 Jahre In-Gang-Setzer — Selbsthilfegruppen anstoßen
Bilanz und Ausblick
Andreas Greiwe (Der Paritätische Nordrhein-Westfalen, Emsdetten) | 2016

Neue Wege zur Selbsthilfe und Impulse für eine kultursensible Selbsthilfeunterstützung
Das Projekt "Migration und Selbsthilfeaktivierung"
Dorothee Köllner (GSP - Gemeinnützige Gesellschaft für soziale Projekte mbH, Witten) | 2016

Motivation junger Stotternder zur Selbsthilfearbeit
Erkenntnisse und Erfahrungen mit Flow - Die junge Sprechgruppe der BVSS
Beate Schwittay (Bundesvereinigung Stottern & Selbsthilfe e.V., Köln) | 2016

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Selbsthilfe unterstützen in Stadt- und Landkreis
Carola Jantzen (Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen am Gesundheitsamt Region Kassel) | 2016

"Selbsthilfe ohne KISS" – Ein Projekt im Landkreis Vorpommern-Greifswald
Ute Kammler (Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfekontaktstellen Mecklenburg Vorpommern e.V., Rostock) | 2016

Selbsthilfe auf den Weg bringen in großen Flächenkreisen: Beispiele aus Rheinland-Pfalz
Carsten Müller-Meine (Selbsthilfe Kontakt- und Informationsstelle e.V., Trier) | 2016

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Anders als erwartet. Ergebnisse einer Befragung der NAKOS
Miriam Walther (NAKOS, Berlin) | 2016

Alt und Jung in der Selbsthilfe – Generationenwechsel in Kontaktstellen
Zwischen Tradition und Aufbruch: Den Generationenwechsel gemeinsam gestalten
Sabine Bütow und Inken Berger (Netzwerk Selbsthilfe Bremen Nordniedersachsen e.V., Bremen) | 2016

Förderung von jungen Menschen in Selbsthilfegruppen
Erfahrungen im Projekt Junge Selbsthilfe in Berlin-Mitte
Franziska Leers und Birgit Sowade (Junge Selbsthilfe Berlin-Mitte / StadtRand gGmbH) | 2016

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Gruppen für Menschen mit beginnender Demenz
Anleitung zum Gründen und Gestalten
Helga Schneider-Schelte (Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V., Berlin) | 2016

Gründung und Unterstützung nachbarschaftlicher Hilfenetze
Stefanie Emmert-Ollschar (Kompetenzzentrum Pflegeunterstützung, Berlin) | 2016

Gemeinschaftliche Selbsthilfe im Alter
Bericht aus der AG 4
Ursula Helms (NAKOS, Berlin) | 2016

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Vom Abschied zum Neubeginn
Begleitung von Veränderungen in Selbsthilfegruppen
Klaus Vogelsänger (Köln) | 2016

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"Social Dreaming" – die Gruppe weiß mehr als das Individuum
Ein Gruppenverfahren zur Reflexion von Institutionen und Gruppenkultur
Kathrin Albert und Dr. Kurt Husemann (Berliner Institut für Gruppenanalyse e.V.) | 2016

"Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns." (Rumi)
In einer Plenardiskussion wurde zum Abschluss der Tagung der Blick auf das tagespolitische Thema schlechthin gerichtet: auf Zuwanderung und Flüchtlinge. Auf dem Podium saßen Tanja Pantazis, (Projekt „Selbsthilfe und Integration in Niedersachsen“), Dr. Rosemarie Wilcken (Kuratorium Stiftung für Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement in Mecklenburg-Vorpommern), Klaus Grothe-Bortlick (Selbsthilfezentrum München), Silke Gajek (Sozialpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern), Wolfgang Thiel (NAKOS) sowie Azra Tatarevic (Selbsthilfe- und Stadtteilzentrum Neukölln-Süd) und der syrische Flüchtling Basha Henedy. Der 52-jährige Architekt beschrieb seinen Fluchtweg und seine Erfahrungen mit der Willkommenskultur in Schwerin und appellierte an die Zuhörer/innen, Flüchtlinge als eine Bereicherung und nicht als Bedrohung wahrzunehmen. "Meine Zukunft ist ungewiss, ich habe das Gefühl, verwaltet zu werden", sagte er.

In der anschließenden Debatte ging es um die Frage, wie die Integration der vielen Flüchtlinge gelingen kann. Wie wird aus Fremdheit Vertrautheit und aus Entmutigung Zuversicht? Die Zivilge-sellschaft und das Bürgerschaftliche Engagement spiele dabei eine herausragende Rolle, betonte Rosenarie Wilcken und knüpfte damit an den Eröffnungsvortrag an. "Es braucht behutsames Entgegenkommen", sagte Tanja Pantazis. "Wir müssen Brücken schaffen", erklärte Wolfgang Thiel.

Aber welchen Beitrag kann die Selbsthilfe dazu leisten? Auf diese Frage von Moderator Karl Deiritz (DAG SHG) fand vor allem Azra Tatarevic eine ermutigende Antwort. Sie war vor mehr als 20 Jahren vor dem Balkankrieg nach Deutschland geflohen und hatte später in Berlin eine Selbsthilfegruppe für bosnische Frauen aufgebaut. Die Selbsthilfegruppe sei ihre Familie geworden, sagte sie. Die gemeinsame Sprache und das Bewusstsein, dass alle die gleichen traumatischen Erlebnisse verarbeiten mussten, hätten sie eng miteinander verbunden: "Wir haben zwei Jahre lang nur geweint und dann angefangen zu reden."

Die Selbsthilfe müsse offen sein für die Bedürfnisse der Migranten und für die kulturellen Unterschiede, betonte Klaus Grothe-Bortlik. Und sie müsse sich dabei vielleicht auch ein bisschen "weg vom Stuhlkreis, hin zur Kochgruppe entwickeln", ergänzte Tanja Pantazis. Auch Wolfgang Thiel forderte: "Wir müssen unser eigenes Selbstverständnis überprüfen." Silke Gajek appellierte an die Selbsthilfeaktiven, sich mutig für ihre Interessen und eine bessere Infrastruktur einzusetzen. Sabine Klemm betonte die Notwendigkeit, Migranten und Flüchtlinge in alle Überlegungen miteinzubeziehen und auch als Multiplikatoren für die Idee der Selbsthilfe zu nutzen: "Wenn ich es schaffe, jemanden zu begeistern, dann kann er es auch weitertragen."

Die Diskutierenden waren sich einig, dass die gemeinschaftliche Selbsthilfe zwar keine einfachen Lösungen für die derzeit akuten Probleme bei der Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland bieten, dafür aber umso mehr zum Gelingen einer langfristigen Integration beitragen kann. Für diese Zielgruppe wie auch für die unterschiedlichsten Gruppen der Migrantinnen und Migranten gelte es, Ansätze zu verstetigen oder auf den Weg zu bringen, die zur gemeinschaftlichen Selbsthilfe motivieren und zur Selbstorganisation ermutigen. "Wir können eine andere Perspektive mit einbringen", fasste es Wolfgang Thiel zusammen. "Selbsthilfegruppen können die Zuversicht geben, dass man selbst etwas verändern, gestalten und erreichen kann."

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Ergebnisse der Befragung von Initiativen der Migrantenselbstorganisationen zu ihrem Engagement für Flüchtlinge und Neuankömmlinge
Präsentation im Rahmen der Veranstaltung "Engagement in der Flüchtlingsarbeit - Was leisten Migrantenorganisationen und welche Unterstützung brauchen sie dazu?"
Andreas Sagner (Selbsthilfezentrum (SHZ) München) | 2016

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Pressemitteilung zur Jahrestagung
1. Juni 2016
Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V. (DAG SHG)

Presseinformation zur Jahrestagung
23. Mai 2015
Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V. (DAG SHG)

Presseinformation zur Jahrestagung
23. Mai 2016
Landesarbeitsgemeinschaft der Selbsthilfekontaktstellen Mecklenburg-Vorpommern e.V. (LAG MV)

Programm
DAG SHG Jahrestagung 2016

Pressespiegel

 

Mehr Anlaufstellen: Selbsthilfe-Verband will Förderung
Pharmazeutische Zeitung online vom 2. Juni 2016

Selbsthilfe im 21. Jahrhundert
Schweriner Volkszeitung – SVZ.de vom 1. Juni 2016

Selbsthilfegruppen: Verband beklagt Lücken bei Angeboten
Die Welt online vom 1. Juni 2016

Professionelle Hilfe zur Selbsthilfe: Jahrestagung
FOCUS Online vom 1. Juni 2016