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Selbsthilfeförderung

Es lassen sich fünf wesentliche Formen der Unterstützung und Förderung der Selbsthilfe beschreiben:

  • die Förderung durch Infrastruktur und Beratung in Selbsthilfekontaktstellen (bundesweit zur Zeit nahezu 300 Einrichtungen an mehr als 340 Standorten)
  • die finanzielle Förderung auf kommunaler / Landesebene, durch Sozialversicherungen, Stiftungen oder Sponsoren
  • die politische Förderung durch Möglichkeiten zur Mitwirkung, zum Beispiel an Gremien und Ausschüssen auf kommunaler / Landes- oder Bundesebene
  • die Verbesserung rechtlicher Rahmenbedingungen (Körperschafts-, Steuer-, Haftungsrecht und Unfallversicherungsschutz) bei vereinsmäßigem und nicht vereinsmäßigem Selbsthilfeengagement
  • die ideelle Förderung, die auf Anerkennung und die Schaffung eines selbsthilfefreundlichen Klimas zielt.

Die direkte finanzielle Förderung der Selbsthilfe erfolgt durch unterschiedliche Kostenträger. Maßgeblich sind hierbei die öffentliche Hand (Bund, Länder, Kommunen), die Sozialversicherungsträger (Krankenkassen, Pflegekassen und Rehabilitationsträger) und private Geldgeber (Spender, Sponsoren, Stiftungen).

Für die Förderung der gesundheitsbezogenen Selbsthilfe (Selbsthilfegruppen, Selbsthilfeorganisationen und Selbsthilfekontaktstellen) stellen die Krankenkassen im Jahr 2017 ingesamt 1,08 Euro pro Versicherten zur Verfügung. Bei rund 71 Millionen gesetzlich versicherten Bürgerinnen und Bürgern entspricht dies einem Fördervolumen von insgesamt rund 77 Millionen Euro.

Weitere Informationen finden Sie im Internetangebot der NAKOS unter dem Thema
Selbsthilfeförderung

Die Gemeinsame Empfehlung 'Förderung der Selbsthilfe' gemäß § 13 Abs. 2 Nr. 6 SGB IX (in der Fassung vom 23. Februar 2012) der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) e.V. erläutert, wie und in welchem Umfang Selbsthilfegruppen, -organisationen und -kontaktstellen gefördert werden, die sich Prävention, Rehabilitation, Früherkennung und Bewältigung von Krankheiten und Behinderungen zum Ziel gesetzt haben.

"Selbsthilfe leistet einen entscheidenden Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit Behinderung. In Selbsthilfegruppen finden von einer Krankheit betroffene Menschen und ihre Angehörigen zusammen. Aufgrund der eigenen Betroffenenkompetenz gibt die Selbsthilfe wertvolle und unverzichtbare Impulse auf dem Weg zu einer inklusiven Gesellschaft, wie sie die UN-Behindertenrechtskonvention fordert.

Selbsthilfegruppen und Selbsthilfeorganisationen unterstützen Menschen mit Behinderung bei der Bewältigung der Folgen ihrer Krankheit. Ihre Angebote sind während des gesamten Rehabilitationsprozesses von Bedeutung und tragen so zur dauerhaften Sicherung des Rehabilitationserfolgs bei.

Nach § 13 SGB IX sollen die Rehabilitationsträger zur Sicherung der Zusammenarbeit Gemeinsame Empfehlungen vereinbaren. Die Gemeinsame Empfehlung 'Förderung der Selbsthilfe' erläutert, wie und in welchem Umfang Selbsthilfegruppen, -organisationen und -kontaktstellen, die sich die Prävention, Rehabilitation und Früherkennung und Bewältigung von Krankheiten und Behinderungen zum Ziel gesetzt haben, gefördert werden."

Quelle:
Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) e.V.: Gemeinsame Empfehlung zur Förderung der Selbsthilfe. Frankfurt (August) 2012, Auszug aus dem Vorwort, S. 5

Herausgeber:
Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) e.V.
Solmsstraße 18
60486 Frankfurt/Main
Telefon: +49 69 605018-0
Fax: +49 69 605018-29
E-Mail: info@bar-frankfurt.de

Link zur PDF-Datei:
www.bar-frankfurt.de

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Gesundheitsbezogene Selbsthilfe unterstützen und stärken
Eckpunkte zur Erhöhung der Selbsthilfeförderung durch die GKV ab 2016
DAG SHG | 14. Juli 2015