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25.11.2016

Früherkennung entdeckt lebensbedrohliche Herzfehler bei Neugeborenen

Gemeinsamer Bundesausschuss beschließt Einführung eines Pulsoxymetriescreenings

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat auf Antrag der Patientenvertretung die Einführung eines Pulsoxymetriescreenings beschlossen. Mit diesem Früherkennungsverfahren können Herzfehler bei Neugeborenen diagnostiziert werden. "Mit der Pulsoxymetrie wird nun ein Verfahren zur Routine, das jedes Jahr viele Kinderleben retten kann", so die Geschäftsführerin des Bundesverbands Herzkranke Kinder e.V. und Patientenvertreterin im G-BA, Hermine Nock.

Beim Pulsoxymetriescreening wird mit einem Clip oder einem Klebesensor am Zeigefinger des Neugeborenen innerhalb weniger Sekunden die Haut wie von einer Taschenlampe durchleuchtet. Das kleine Gerät erkennt so, wieviel Sauerstoff das Blut des Neugeborenen enthält. Ist dieser zu niedrig, kann das ein Hinweis auf einen Herzfehler sein, der unbehandelt zum Tode führen würde. Durch die frühe Diagnose ihres kritischen Herzfehlers hat das Neugeborene die Chance, rechtzeitig und geplant in eine spezialisierte Klinik zu kommen und dort unter bestmöglichen Voraussetzungen behandelt zu werden.

"Herzfehler werden oft vor und auch nach der Geburt lange übersehen. Unbehandelt können sie dazu führen, dass sich der Gesundheitszustand des Neugeborenen, insbesondere seine Herz-Kreislauf-Verhältnisse dramatisch verschlechtert. Damit sinkt auch die Chance, mit der Herz-OP ein optimales Ergebnis zu erreichen und es drohen irreparable Langzeitschäden", erläuterte Nock. Nicht jeder auffällige Pulsoxymetriebefund bedeutet jedoch gleich einen kritischen Herzfehler. Aber es sind weitere abklärende Untersuchungen nötig. Zur informierten Entscheidungsfindung erhalten werdende Eltern vorab eine verständliche, schriftliche Information.

Patientenvertretung im G-BA, Pressemitteilung vom 24.11.2016