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17.03.2016

Ärztliche Bedarfsplanung: Ruhrgebiet bleibt Sonderregion

G-BA lehnt Antrag der Patientenvertretung ab

Das Plenum des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) hat am 17. März 2016 einen Antrag der Patientenvertretung abgelehnt, bei der Bedarfsplanung das Ruhrgebiet nicht mehr als Sonderregion zu behandeln. Stattdessen solle erst einmal ein Gutachten zur Prüfung der Situation in Auftrag gegeben werden, teilte die Patientenvertretung im G-BA mit. Es sei zu befürchten, dass das geplante Gutachten nur der Auftakt für weitere Diskussionen und Verzögerungen sein werde, und die Versorgung sich für die Patienten im Ruhrgebiet weiter nicht verbessert.

Nach der Bedarfsplanungsrichtlinie des G-BA von 2012 soll auf 1.671 Einwohner jeweils ein Hausarzt zur Verfügung stehen. Nur im Ruhrgebiet gilt weiterhin die alte Verhältniszahl von 2.134 Einwohnern je Hausarzt. Bereits 2012 hatte die Patientenvertretung darauf hingewiesen, dass diese Regelung zu einer Schlechterstellung der gesetzlich Krankenversicherten im Ruhrgebiet führt und abgeschafft werden muss. Der G-BA hatte damals die Sonderregelung beibehalten und sich selbst aufgegeben, die Regelung zu evaluieren.

Vor allem in der hausärztlichen Versorgung sind nach Auffassung der Patientenvertretung im G-BA die strukturellen Besonderheiten des Ruhrgebiets nicht relevant. „Die Besonderheiten des Ruhrgebiets wie hohe Krankenhausdichte und ein enges Verkehrsnetz in einem großen Ballungsraum mit wenig Mitversorgungseffekten für das Umland sind für die hausärztliche Versorgung nicht relevant“, stellt Ursula Faubel, Sprecherin der Patientenvertretung im UA Bedarfsplanung, fest. „Der Hausarzt wird wohnortnah gebraucht und ein Krankenhaus in der Nähe ist kein Ersatz, wenn der Hausarzt fehlt.“

Quelle: Patientenvertretung im G-BA, Presseerklärung vom 17.03.2016