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19.02.2016

Gebarmutterhalskrebs: G-BA lehnt Änderung der Eckpunkte für Screenings ab

Patientenvertretung: Verunsicherung statt informierte Entscheidung

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat den Antrag der Patientenvertretung auf Änderung der Eckpunkte für ein zukünftiges organisiertes Zervix-karzinomscreenings zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs abgelehnt. Das Plenum beschloss stattdessen ein zweiarmiges „Optionsmodell“, nach dem Frauen ab dem Alter von 30 Jahren künftig in einer mindestens 6-jährigen Übergangsphase alle 5 Jahre einen HPV-Test durchführen lassen oder alternativ weiterhin das etablierte, jährliche Pap-basierte Screening in Anspruch nehmen können. Die Patientenvertretung hatte beantragt, in einer Übergangsphase von 4 Jahren die HPV-Untersuchung zunächst alle 3 Jahre zusammen mit einem konventionellen zytologischen Abstrich (PAP-Test) als Ko-Testung anzubieten.

Der G-BA begründete seine Entscheidung damit, dass aus dem direkten Vergleich beider Testverfahren Schlussfolgerungen für die Entscheidung über eine zukünftige Screeningstrategie gezogen werden könnten. Dagegen argumentiert die Patientenvertretung, dass die Fachwelt sich einig sei, dass wissenschaftliche Erkenntnisse durch den Vergleich nicht zu erlangen sein werden. Mit ihrem eigenen Vorschlag wollte die Patientenvertretung dagegen sicherstellen, dass vor einer endgültigen Umstellung auf ein 5-jähriges Intervall die gemäß EU-Leitlinie erforderlichen Rahmenbedingungen und Strukturen für ein HPV-basiertes Screening etabliert sind und insbesondere die Prozesse zur Abklärung unsicherer Befunde qualitätsgesichert erfolgen.

Ohne diese Voraussetzungen würde aus Sicht der Patientenvertretung ein 5-jähriges Untersuchungs-Intervall die Sicherheit der zum Screening eingeladenen Frauen gefährden. Die Patientenvertretung schätzt zudem die Gefahr der Verunsicherung und Entscheidungskonflikte auf Seiten der anspruchsberechtigten Frauen durch ein Optionsmodell als wesentlich höher ein als die ursprünglich dadurch erhofften Erkenntnis-Möglichkeiten hinsichtlich einer endgültigen Screening-Strategie.

Quelle: Patientenvertretung im G-BA, Pressemitteilung vom 18.02.2016