Seite drucken Sie befinden sich hier:  HOME  /  Aktuelles  /  Nachrichten
08.08.2017

Fonds Sexueller Missbrauch weiterhin stark nachgefragt

Weitere Institutionen schließen sich Hilfesystem an

Der vom Bund vor vier Jahren eingeführte Fonds Sexueller Missbrauch im familiären Bereich (FSM) ist nach Einschätzung des Bundesfamilienministeriums (BMFSFJ) nach wie vor ein notwendiges Instrument zur Unterstützung von Menschen, die in ihrer Kindheit und Jugend sexualisierte Gewalt erleiden mussten. Die monatlichen Antragszahlen zeigten, dass die hochtraumatisierten Betroffenen weiterhin eine gute und verlässliche Hilfe benötigen, heißt es in einer Pressemitteilung des Ministeriums. Die im vergangenen Jahr getroffene Entscheidung, den Fonds über die ursprünglich 3-jährige Antragsfrist hinaus weiterzuführen "war und ist eine wichtige Entscheidung für alle Betroffenen". Die Auszahlungsdauer der Fondsmittel wurde bis 2019 verlängert.

Der FSM wurde als Hilfesystem im Mai 2013 gestartet. Seither können alle Betroffene, die in ihrer Kindheit und Jugend sexualisierte Gewalt erleiden mussten, bei der Geschäftsstelle des FSM ergänzende Hilfeleistungen zur Bewältigung oder zumindest Linderung des Erlittenen beantragen. Für Betroffene sexuellen Missbrauchs im institutionellen Bereich wurde zudem ein ergänzendes Hilfesystem geschaffen. Dazu wurden Vereinbarungen mit großen Trägern, Dachorganisationen und Ländern geschlossen. Die Entscheidung zur Gewährung von Hilfeleistungen und deren Auszahlung liegt im Unterschied zum FSM allerdings bei den Institutionen.

In den letzten Monaten haben den Angaben zufolge der SOS Kinderdorf e.V., die Deutsche Angestellten Krankenkasse - Gesundheit und die Albert-Schweitzer-Kinderdörfer und Familienwerke e.V. Bundesverband Vereinbarungen mit dem BMFSFJ zur Beteiligung an dem Hilfesystem geschlossen. Anträge Betroffener, die sexualisierte Gewalt in Institutionen dieser Träger erleiden mussten, können fortan bearbeitet werden. Mit anderen Institutionen laufen aktuell noch Verhandlungen. Zudem haben viele Partner im institutionellen Bereich von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, die in Vereinbarungen festgehaltene Antragsfrist zu verlängern, um auch für diese Betroffenen weiterhin den Zugang zu Hilfeleistungen aufrecht zu erhalten.

Quelle: Bundesministerum für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Pressemitteilung vom 08.08.2017

Weitere Informationen: www.fonds-missbrauch.de