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12.05.2017

Bundesteilhabegesetz: Chancen nutzen und Risiken begrenzen

Fachverbände für Menschen mit Behinderung fordern umfassende Beteiligung an der Umsetzung

Die Auswirkungen des Bundesteilhabegesetzes (BTHG) auf die Lebenssituation von Menschen mit Behinderung oder psychischer Erkrankung und auf die Dienste und Einrichtungen der Eingliederungshilfe stand im Mittelpunkt einer Tagung der fünf Fachverbände für Menschen mit Behinderung in Deutschland. Die rund 270 Teilnehmenden waren sich einig, dass das BTGH neben vielen Chancen auch Risiken biete. Diese bestünden vor allem darin, dass bisher nicht absehbar ist, ob unter den neuen Bedingungen auch Angebote von Diensten und Einrichtungen der Behindertenhilfe in gleicher Qualität wie heute fortbestehen können, hieß es.

Das BTHG stellt sämtliche Unterstützungsleistungen für Menschen mit Behinderung oder psychischer Erkrankung auf eine neue Grundlage und tritt seit Anfang des Jahres nach und nach in Kraft. Es hat weitreichende Folgen insbesondere für Menschen mit schwerstmehrfachen Behinderungen und hohem Unterstützungsbedarf. Dabei sei unklar, welche Veränderungen die neuen Regelungen zum Zusammentreffen von Bedarfen an Leistungen der Eingliederungshilfe und der Pflege für den Lebensalltag von Menschen mit Behinderung mit sich bringen werden, so die Fachverbände. Die Fachverbände fordern, dass die Politik sie in der Umsetzungsphase, bei der Begleitforschung und an den Erprobungsvorhaben umfassend beteiligt. Im Entstehungsprozess des Bundesteilhabegesetzes sei dies gut gelungen, hieß es.

Die fünf Fachverbände für Menschen mit Behinderung in Deutschland sind der Bundesverband evangelische Behindertenhilfe, der Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen, die Bundesvereinigung Lebenshilfe, die Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie und der Bundesverband anthroposophisches Sozialwesen. Sie repräsentieren rund 90 Prozent der Dienste und Einrichtungen für Menschen mit geistiger, seelischer, körperlicher oder mehrfacher Behinderung in Deutschland.

Zum BTHG haben die Fachverbände eine Erklärung veröffentlicht, die unter www.diefachverbaende.de (Rubrik „Stellungnahmen / Positionspapiere“) nachzulesen ist.

Quelle: Fachverbände für Menschen mit Behinderung, Mitteilung vom 12.05.2017