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17.02.2017

Gesundheitsziel rund um Schwangerschaft und Geburt verabschiedet

Kooperationspartner verpflichten sich zur Umsetzung in ihren Bereichen

Das neue Nationale Gesundheitsziel "Gesundheit rund um die Geburt und im ersten Lebensjahr" ist im Februar veröffentlicht worden. Es wurde für den Kooperationsverbund Gesundheitsziele.de von einer Expertengruppe aus dem Bereich Bund, Länder, Forschung, Selbsthilfe und Krankenkassen in Kooperation mit dem Bundesministeriums für Gesundheit erarbeitet. Es beschreibt Maßnahmeempfehlungen rund um Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und die Entwicklungsphase im ersten Lebensjahr nach der Geburt eines Kindes.

Wichtige Ziele sind eine höhere Selbstbestimmung der Mütter innerhalb des Versorgungsgeschehens, die Förderung der Bindung zu den Eltern, gesunde Lebensverhältnisse, soziale Sicherheit sowie die Vermeidung von Unfallgefahren und Situationen, in denen Eltern überfordert sind. "Dadurch soll insbesondere sozial und gesundheitlich belasteten Schwangeren und Familien besser geholfen werden", erläuterte Raimund Geene. Der Professor für Kindergesundheit an der Hochschule Magdeburg-Stendal ist als Vertreter der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V. Mitglied im Steuerungskreis des Kooperationsverbundes gesundheitsziele.de.

Dem Kooperationsverbund gehören rund 120 Organisationen des Gesundheitswesens an. Sie verpflichten sich zur Umsetzung des Gesundheitsziels in ihren Verantwortungsbereichen. Die Mitglieder hätten sich darauf geeinigt, "überall zu prüfen, wo und wie Wohlbefinden, Ressourcen, Kompetenzen von Schwangeren und jungen Familien gestärkt werden können", so Geene. Grundgedanke sei insgesamt eine natürliche, interventionsarme Schwangerschaft, Geburt, Wochenbettzeit und frühe Kindheit.

Für November 2017 ist nach Angaben von Geene ein „Dialogforum“ geplant, bei dem mit allen beteiligten Akteuren aus Bund und Ländern, Krankenkassen, Jugendhilfe, Hebammen, Ärzteschaft, Selbsthilfe darüber gesprochen werden soll, wie die empfohlenen Maßnahmen aufgegriffen werden können. Geene hofft zudem, dass „Gesundheit rund um die Geburt“ bald auch Gesetz wird – die bisherigen acht Gesundheitsziele seien durch das Präventionsgesetz bereits in das SGB V in § 20 Absatz 3 aufgenommen worden.

Weitere Informationen: www.gesundheitsziele.de
Broschüre zum Download

Quellen: Bundesministerium für Gesundheit, Pressemitteilung vom 13.02.2017
Interview mit Prof. Raimund Geene vom 17.02.2017