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06.07.2015

Widerstand gegen Umwandlung der UPD

Unabhängigkeit und regionale Anlaufstellen müssen erhalten bleiben

Gegen die Pläne, die Unabhängige Patientenberatung (UPD) in ein bundesweites Callcenter umzuwandeln, formiert sich Widerstand. Auf der Online-Plattform change.org wurde eine Petition gestartet, die bereits knapp 1.000 Unterzeichner hat. Die Berliner Selbsthilfe Kontakt- und Informationsstelle SEKIS ruft alle Selbsthilfegruppen dazu auf, an den Bundes-Patientenbeauftragten Karl-Josef Laumann einen Protestbrief zu schreiben. Auch die NAKOS schließt sich den Aufrufen an: Die UPD ist seit vielen Jahren ein wichtiger Kooperationspartner der Selbsthilfe und der Selbsthilfekontaktstellen. Ihre Unabhängigkeit und ihre regionalen Anlaufstellen müssen bleiben.

Die UPD berät im gesetzlichen Auftrag – finanziert durch die gesetzlichen Krankenkassen - rund um das Thema Gesundheit – bei rechtlichen und medizinischen Fragen sowie bei psychosozialen Problemen im Umgang mit Krankheiten. Das Angebot ist kostenfrei, neutral und unabhängig. Träger ist ein Konsortium aus Sozialverband VdK, Verband Unabhängiger Patientenberatung und Verbraucherzentrale Bundesverband. Der Vertrag läuft Ende des Jahres 2015 aus und wurde deswegen neu ausgeschrieben. Plänen zufolge soll die UPD in ihrer jetzigen Struktur mit 22 Beratungsstellen und bundesweiten Informationsangeboten aufgelöst und von einer  kommerziellen Callcenter-Firma übernommen werden, die bereits einen Großteil der Callcenter der gesetzlichen Krankenkassen leitet. Damit wäre die Unabhängigkeit des bestehenden Trägers gegenüber den Kassen aufgehoben.

Entscheiden über die Zukunft der UPD werden die Gesetzlichen Krankenkassen im Einvernehmen mit dem Bundes-Patientenbeauftragten Karl-Josef Laumann.

Weitere Informationen:
"Bewahren Sie die Unabhängigkeit der Patientenberatung Deutschlands (UPD)"
Petition auf der Online-Plattform change.org

Unabhängigkeit der Patientenberatung in Gefahr
Sekis-Newsletter 7/2015

Ärzte bangen um Unabhängigkeit der UPD
Artikel in der Ärzte-Zeitung vom 30. Juni 2015

Montgomery: „Patientenberatung darf nicht zu einem kassennahen Call-Center werden“
Pressemitteilung der Bundesärztekammer vom 1. Juli 2015

Callcenter als Ersatz für unabhängige Einrichtung geplant
Artikel in der Neuen Westfälischen Zeitung vom 18. Juni 2015