DAG SHG

JAHRESTAGUNG 2011: Traditionen bewahren – Zukunft gestalten: "Erfolgsmodell Selbsthilfekontaktstelle"


Die Jahrestagung 2011 der DAG SHG bekräftigt die Bedeutung der professionellen Selbsthilfeunterstützung
Titelbild ProgrammheftVom 30. Mai bis 1. Juni 2011 fand in Düsseldorf die 33. Jahrestagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen (DAG SHG) statt. Sie stand im Zeichen neuer gesellschaftlicher Anforderungen an die professionelle Selbsthilfeunterstützung in Selbsthilfekontaktstellen.
Ziel der bundesweiten Fachtagung war es, neue Aufgabenbereiche für die professionelle Selbsthilfeunterstützung in Selbsthilfekontaktstellen, die sich aus gesellschaftlichen und sozialen Veränderungen sowie einhergehend mit gesetzlichen Bestimmungen zur Selbsthilfeförderung ergeben, gemeinsam zu erörtern, Lösungsansätze zu eruieren und zu verdeutlichen.

Rund 140 Fachleute diskutierten drei Tage lang über die fachlichen Handlungsherausforderung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Selbsthilfekontaktstellen: Online-Selbsthilfe, Qualitätsentwicklung, Neutralität und Unabhängigkeit, Unterstützung der Selbstorganisation in verschiedenen sozialen Milieus und die Finanzierung professioneller Selbsthilfeunterstützung waren Themen, die im Plenum und in Workshops erörtert werden.

Schirmherrin der dreitägigen Konferenz für Fachkräfte aus Selbsthilfekontaktstellen und -unterstützungseinrichtungen ist die Gesundheitsministerin des Landes Nordrhein-Westfalen Barbara Steffens (Bündnis 90/Die Grünen).

30. Mai 2011 – Der Eröffnungstag
Foto: EröffnungNach der offiziellen Eröffnung durch Prof. Dr. Raimund Geene, Vorstandsmitglied der DAG SHG, brachte die Schirmherrin der Veranstaltung, die Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen, Barbara Steffens (Bündnis 90 / Die Grünen), die Bedeutung von Selbsthilfekontaktstellen auf den Punkt:
Nicht alle Selbsthilfegruppen nähmen Selbsthilfekontaktstellen in Anspruch, aber wenn sie diese bräuchten, seien sie da. Und mit Bezug auf die anstehenden Kosten- und Strukturreformen des deutschen Gesundheitswesens appellierte sie daran, den einzelnen Menschen nicht aus dem Blick zu verlieren. Vielmehr müsse der Mensch in den Mittelpunkt gestellt werden und die Erfahrungen aus Selbsthilfegruppen seien zu nutzen, um eine patientenbezogene medizinische Versorgung zu erzielen. Gerade Selbsthilfekontaktstellen seien wichtige Akteure für die Vermittlung von Betroffenen und die gemeinsame Erarbeitung von Lösungsvorschlägen mit der Politik.

In dem anschließenden Eröffnungsvortrag stellte Dr. Holger Preiß, Diplom-Pädagoge aus Würzburg, seine vielbeachtete Studie zur gesundheitsbezogenen virtuellen Selbsthilfe vor.
Unter dem Titel „Online-Selbsthilfe – Ausverkauf von Solidarität? Bedrohung für Selbsthilfegruppen?“ ging es dabei um die Chancen virtueller Selbsthilfe für kranke Menschen und ihre Angehörigen. Solidarisches Handeln habe auch im Internet nicht ausgedient, vielmehr erlebten viele im Internet Verständnis und Unterstützung durch Gleichbetroffene.

TextOnline-Selbsthilfe – Ausverkauf von Solidarität? Bedrohung für Selbsthilfegruppen?
Vortrag von Dr. Holger Preiß, Zentrum für Körperbehinderte, Würzburg

Am Eröffnungsabend begrüßte Wolfgang Janetzki, Ratsherr und Vorsitzender des Ausschusses für Gesundheit und Soziales der Landeshauptstadt Düsseldorf die Tagungsteilnehmer und Teilnehmerinnen im Rathaus Düsseldorf. Bei den anschließenden Stadtführungen lernten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen die Altstadt von Düsseldorf und die fantastische Lage bei einem lauen Frühsommerabend kennen.

Text31. Mai 2011 – Workshopkarussell
Am zweiten Tag konnten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen unter insgesamt fünf Workshops am Vormittag und fünf Workshops am Nachmittag wählen, in denen Themen wie die fachliche Qualität und Finanzierung der professionellen Selbsthilfeunterstützung, die Organisation von Patienten- und Gremienvertretungen, Neutralität und Unabhängigkeit von Selbsthilfegruppen sowie spezifische Förderbedingungen durch die Krankenkassen, Selbsthilfeunterstützung in der Pflege und „In-Gang-Setzer“ als neue Form der Selbsthilfeaktivierung durch Selbsthilfekontaktstellen erörtert wurden.
In den gemeinsamen Diskussionen mit den Inputgeber und Inputgerberinnen wurden unterschiedliche Handlungsherausforderungen an das Angebots- und Handlungsprofil der themen-, sektor- und trägerübergreifenden Selbsthilfeunterstützungsarbeit in Selbsthilfekontaktstellen deutlich.

Ausgewählte Beiträge zu einzelnen Workshops:

TextFachliche Qualitäten in der Selbsthilfeunterstützung entwickeln – Akteure, Aspekte, Bedingungen in NRW
Workshop 1

TextErfahrungsaustausch im Internet – Handlungsherausforderungen am Beispiel der Plattform www.selbsthilfe-interaktiv.de
Workshop 2

TextSelbsthilfekontaktstellen organisieren Patienten- und Gremienvertretung durch Mitglieder von Selbsthilfegruppen
Workshop 3

TextNeutralität und Unabhängigkeit – Handlungsorientierungen für die Selbsthilfeunterstützung
Workshop 4

TextFundamente gießen – Durch Netzwerke Finanzierungen erschließen
Workshop 5

TextSelbsthilfeunterstützung im Bereich Pflege
Workshop 6

TextDie Zukunft der Selbsthilfeunterstützung — Eine Diskussion ausgehend von Beispielen in NRW
Workshop 8

Text„Dis is wo ich herkomme“ Erfahrungen mit Sozialen Milieus und deren Bedeutung für die Selbsthilfe
Workshop 9

Text„Aller Anfang ist schwer“ – Selbsthilfe auf den Weg bringen
In-Gang-Setzer als neue Form der Selbsthilfeaktivierung durch Kontaktstellen
Workshop 10

1. Juni 2011: Der Abschlusstag
Zum Abschluss der Tagung referierte der Sozialpsychologe Prof. Dr. Heiner Keupp (München) über die Bedeutung sozialer Beziehungen für die Selbstsorge des Individuums. Unter dem Titel „Das Ich braucht das Wir: Zur Selbstsorge befähigen“ vergegenwärtigte er die Geschichte der Selbsthilfe, die bis in das 19. Jahrhundert zurückreicht.

TextDas Ich braucht das Wir: Zur Selbstsorge befähigen
Vortrag von Prof. Dr. Heiner Keupp, München

TextHandlungsstrategien für die Unterstützung von Prozessen der Selbstorganisation in der nächsten Generation
Plenardiskussion mit Vertretern und Vertreterinnen aus Wissenschaft, Verwaltung und Versorgung und aus der Selbsthilfe und Selbsthilfeunterstützung
Gesamtmoderation: Theresa Keidel, SeKo Bayern, Würzburg

Mit dem Dank an die Organisatorinnen und Organisatoren bei der NAKOS, die Gastgeberinnen und Gastgeber vom Selbsthilfebüro Düsseldorf und die KOSKON sowie an alle Inputgeber und Inputgerberinnen und Teilnehmer und Teilnehmerinnen für ihre Beiträge beendete Anita Jakubowski, Vorstandsmitglied der DAG SHG, diese interessante Fachtagung.

BilderFotografische Impressionen

Die bundesweite Fachtagung der DAG SHG zur Fortbildung von Fachkräften der Selbsthilfeunterstützung fand in diesem Jahr in Kooperation mit dem Selbsthilfe-Service-Büro Düsseldorf und der KOSKON, Selbsthilfekoordination NRW, statt und wurde gefördert vom Bundesministerium für Gesundheit, vom Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen und dem AOK Bundesverband.

Wir danken unseren Förderern:

Logo Bundesministerium für Gesundheit (BMG)


Logo Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen (MGEPA)


Logo AOK Bundesverband




Pdf DateiGesamtbericht (338kb)
Beitrag im NAKOS INFO 106 (September) 2011

Pdf DateiGrußwort von Frau Dyckmanns, Drogenbeauftragte der Bundesregierung (63kb)

Pdf DateiPressemitteilung 1. Juni 2011 (50kb)

Pdf DateiPressemitteilung 19. Mai 2011 (79kb)

Pdf DateiProgramm 2011 (357kb)



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