Jahrestagung 2009
AG 3 Selbsthilfeunterstützung im Bereich Pflege
Input 1:Bremer Vermittlungsbörse für Pflegebeistand
Sabine Bütow, Netzwerk Selbsthilfe Bremen
Input 2:
Umsetzungsmöglichkeiten durch Selbsthilfekontaktstellen in Niedersachsen
Dörte von Kittlitz, Selbsthilfebüro Niedersachsen
Moderation: Ursula Helms, NAKOS, Berlin
„Wir haben keine fertigen Antworten, aber wir können Räume für die Auseinandersetzung schaffen“ (Sabine Bütow)
Das 2008 in Kraft getretene Gesetz zur strukturellen Weiterentwicklung der Pflegeversicherung (Pflege-Weiterentwicklungsgesetz) verspricht höhere Fördermittel zum weiteren Ausbau niedrigschwelliger Betreuungsangebote für Pflegebedürftige. Ergänzend können diese Mittel auch verwendet werden zur Förderung und zum Auf- und Ausbau von Gruppen ehrenamtlich Tätiger und sonstiger zum bürgerschaftlichen Engagement bereiter Personen sowie von Selbsthilfegruppen, Selbsthilfeorganisationen und Selbsthilfekontaktstellen.
Die Arbeitsgruppe 3 beschäftigte sich mit der Frage, welche Rolle die Selbsthilfe in der Pflege künftig spielen soll.
Zunächst wurden Beispiele des Engagements von Selbsthilfekontaktstellen im Bereich Pflege vorgestellt: Die Bremer Vermittlungsbörse für Pflegebeistand organisiert den Kontaktaufbau zwischen Ehrenamtlichen und Menschen, die sich in einer häuslichen Pflegesituation befinden. Ziel des vom BMFSFJ als „Leuchtturm“ geförderten Projektes ist es, Unterstützung für Betroffene und Angehörige beim plötzlichen Eintritts eines Pflegefalles oder in einer laufenden Pflegesituation anzubieten und Menschen in unterschiedlichsten Lebensphasen und -formen zusammenzubringen.
Der Arbeitskreis Niedersächsische Kontakt- und Beratungsstellen im Selbsthilfebereich bietet spezielle Sprechstunden für pflegende Angehörige und Menschen in Pflege, unterstützt Gruppengründungen und kümmert sich um die Vernetzung von allen mit dem Pflegebereich befassten Einrichtungen.
In der Diskussion bot der Workshop viel Raum für die Entwicklung von Ideen. Dabei waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einig, dass es für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Selbsthilfekontaktstellen nicht darum gehen dürfe, sich zu Experten in Sachen Pflege weiterzubilden. Vielmehr sei auch in diesem Bereich vor allem ihr spezielles Fachwissen gefragt: Die Fähigkeit zu vernetzen, zu vermitteln und zu unterstützen.
„Unsere Aufgabe ist es, die Selbstorganisation und die Autonomie der Betroffenen zu stärken“, sagte Wolfgang Hardt vom Selbsthilfezentrum Neukölln-Nord (Berlin).
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Letzte Änderung: 07.09.2010


