DAG SHG
Jahrestagung 2005


Jahrestagung 2005: Selbsthilfe und Familie


Die Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V. veranstaltete im Jahr 2005 zum 26. Mal ihre jährliche Fachtagung. 118 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren der Einladung nach Schleswig (Schleswig-Holstein) gefolgt, um eine Standortbestimmung zum Thema Selbsthilfe und Familie vorzunehmen. Sie diskutierten gleichzeitig den Wandel im sozialen Gefüge unserer Gesellschaft, von dem beide Bereiche erfasst sind und den beide Bereiche beeinflussen.

TextWolfgang Thiel: Selbsthilfe-, Engagement- und Familienförderung verbinden

Schon in seiner Begrüßung zeigte Dr. Ulrich Kettler vom Vorstand der DAG SHG, dass das Thema "Selbsthilfe und Familie" sich nahtlos in die politischen Diskussionen über Eigenverantwortung, sozialen Wandel und die Gestaltung des gesellschaftlichen Zusammenlebens in Deutschland fügte.

TextDr. Ulrich Kettler: Selbsthilfe und Familie

Dorothea Berger, Leiterin der Abteilung für Kinder, Jugend und Familie im Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren, überbrachte das Grußwort der schleswig-holsteinischen Landesregierung.

TextDorothea Berger: Grußwort zur Jahrestagung "Selbsthilfe und Familie"

Klaus Leuchter von der IKK Schleswig-Holstein betonte aus Sicht der gesetzlichen Krankenkassen, den kooperativen Weg gemeinsam mit der Selbsthilfe unabhängig von gesetzlichen Rahmenbedingungen beizubehalten, damit die Selbsthilfekontaktstellen ihre wertvolle Arbeit uneingeschränkt fortsetzen können und Planungssicherheit hätten.

TextKlaus Leuchter: Grußwort zur Jahrestagung "Selbsthilfe und Familie"

Renate Schächinger begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Namen des SASK (Schleswig-Holsteinischer Arbeitskreis der Selbsthilfekontaktstellen), in dem die 12 Selbsthilfekontaktstellen in Schleswig-Holstein zusammenarbeiten. Die schleswig-holsteinischen Selbsthilfekontaktstellen unterstützten aktuell mehr als 1.500 Selbsthilfegruppen. Schächinger sprach sich dafür aus, die Zusammenarbeit mit dem Familienbereich stärker auszubauen und nannte als ein gutes Beispiel die Mitgliedschaft der Selbsthilfekontaktstelle Husum im dortigen Lokalen Bündnis für Familie. Das Interesse an diesen Kooperationen sei einer der Gründe gewesen, aus denen man die Fachtagung der DAG SHG in diesem Jahr nach Schleswig-Holstein geholt habe.

Selbsthilfe als Teil einer neuen Politik für Familien und für bürgerschaftliches Engagement
Für das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend überbrachte Dr. Martin Schenkel das Grußwort und bezeichnete in seinem Fachvortrag die Selbsthilfe als eine starke Säule für die zivilgesellschaftliche Reform des Sozialstaates und als Vorbild für die Übernahme von Eigenverantwortung. Die Träger des freiwilligen Engagements, Selbsthilfekontaktstellen, Seniorenbüros und Freiwilligenagenturen, förderten Alternativen zu den bisherigen traditionellen Sozialmilieus und stellten einen lokalen Bezug her. Zivilgesellschaft setze sich zusammen aus Partizipation, Vernetzung und öffentlicher Verantwortungsteilung durch Wirtschaft, Gesellschaft, Staat und Familien.

TextDr. Martin Schenkel: Familienselbsthilfe - Familienorientierte Selbsthilfe

Verwandtschaften und Wahlverwandtschaften
Annemarie Gerzer-Sass vom Deutschen Jugendinstitut München nahm die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit auf einen Streifzug durch die Familien- und Selbsthilfeforschung.
Familienselbsthilfe sei eine Empowermentstruktur. Zum einen erweiterten die hier Engagierten ihre Ressourcen und Fertigkeiten und könnten so auf den Wandel in Familienstrukturen und Erziehung besser reagieren. Zum anderen biete Familienselbsthilfe ein Trainingsfeld für berufliche Qualifikationen und rege so bei vielen Engagierten den beruflichen Wiedereinstieg an. Darüber hinaus bereite Familienselbsthilfe den Boden für weitergehendes gesellschaftliches Engagement und sei daher ein wesentliches Element der Zivilgesellschaft.

TextAnnemarie Gerzer-Sass: Verwandtschaften und Wahlverwandtschaften: Familie und Selbsthilfe

BilderJahrestagung 2005 - der erste Tag
Ausgewählte Fotos

Was bedeutet überhaupt "Familienbezug" und wie kann die Selbsthilfeunterstützung ihn angemessen fördern? –
Definitionen und Handlungsoptionen aus Sicht der Selbsthilfeunterstützung
Lebhafte Diskussionen bestimmten den Arbeitsgruppentag.

Die Arbeitsgruppe 1 erarbeitete den Zusammenhang von Selbsthilfe und Familie und die daraus resultierenden Aufgaben für die Selbsthilfeunterstützung am Beispiel der Angehörigenselbsthilfe.

TextAG 1: Selbsthilfe stärken heißt Familie stärken – Selbsthilfegruppen und Familien
Zur Einführung berichteten Wiebke Schneider, aus der Sicht einer großen Organisation der Suchtselbsthilfe, und Helga Appel, aus ihrer persönlichen Situation heraus, über die Bedarfe zur Zusammenarbeit mit Selbsthilfekontaktstellen.

TextWiebke Schneider: Selbsthilfegruppen und Familie: Angehörige und Suchterkrankung

TextHelga Appel: Selbsthilfegruppe und Familie: Elternschaft mit einem behinderten Kind

In der Arbeitsgruppe 2 standen Möglichkeiten und Chancen der Kooperation für Selbsthilfegruppen und Selbsthilfekontaktstellen mit Lokalen Bündnissen für Familie im Mittelpunkt.

TextAG 2: Lokale Bündnisse für Familie – Möglichkeiten und Chancen der Kooperation für Selbsthilfegruppen und Selbsthilfekontaktstellen
Britta Rudolph, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Husum, und Sabine Bütow vom Netzwerk Selbsthilfe in Bremen-Nordniedersachsen e.V. steuerten ihre Erfahrungen mit der Zusammenarbeit bei.

TextBritta Rudolph: Lokale Bündnisse für Familie

TextSabine Bütow: Möglichkeiten und Chancen der Kooperation für Selbsthilfe und Lokale Bündnisse für Familie am Beispiel Bremens

Familienselbsthilfe wird in der Öffentlichkeit häufig nicht als klassische Selbsthilfe wahrgenommen. Die Arbeitsgruppe 3 fragte daher zunächst anhand von Leitfragen: Was ist Familienselbsthilfe?

TextAG 3: Anliegen, Forderungen und Ziele der Familienselbsthilfe - Erwartungen an die Selbsthilfeunterstützung
Monika Klumpe von der Beratungs- und Koordinationsstelle für Selbsthilfegruppen – BeKoS Oldenburg zeigte in ihrem Vortrag auf, in welchen Handlungsfeldern Familienselbsthilfe Unterstützung benötigt und welche Unterstützung geleistet werden kann. Hannes Lachenmair von der Bundesarbeitsgemeinschaft Elterninitiativen berichtete über Anliegen, Strukturen, Arbeit und Ziele der Familienselbsthilfe in Deutschland.

TextMonika Klumpe: Selbstverständnis und Aufgabenprofil von Selbsthilfekontaktstellen - Erwartungen der Familienselbsthilfe an die Selbsthilfeunterstützung

TextHannes Lachenmair: Bedingungen und Risiken der Familienselbsthilfe

Die Arbeitsgruppe 4 "Methodenwerkstatt" beschäftigte sich mit Kommunikationsmustern und -modellen in Familien und deren Übertragbarkeit und Einsatzmöglichkeiten in der Selbsthilfeunterstützung.

TextAG 4: Kommunikationsmodelle für Familien und Gruppen (Methodenwerkstatt)

BilderJahrestagung 2005 – der zweite Tag
Ausgewählte Fotos

Freiwilliges Engagement, Familienorientierung und Selbsthilfe – "weiche" Politikfaktoren bestimmen die gesellschaftliche Entwicklung mit
Am dritten Tag führte zunächst Dr. Thomas Röbke vom Landesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement in Bayern Zuhörerinnen und Zuhörer durch Bürgerschaftliches Engagement und Familienorientierung. Der Vortrag von Dr. Röbke war ein Plädoyer für einen stärkeren Einbezug des freiwilligen Engagements und der Selbsthilfe und dadurch die Erweiterung des „sozialen Kapitals’ in vielen gesellschaftlichen Bereichen.

TextDr. Thomas Röbke: Bürgerschaftliches Engagement und Familienorientierung

Dr. Bettina Möller von der NAKOS, Berlin, stellte in ihrem Vortrag „Der Familienbezug der Selbsthilfe: Bedeutung und Chancen” Ergebnisse des Projektes „Den Familienbezug von Selbsthilfegruppen verdeutlichen und die Familienorientierung der Selbsthilfeunterstützung stärken” vor, das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziert wird. Die Ergebnisse des Projektes bestätigten auch die bisherigen Diskussionen auf der Fachtagung: eine Trennung von Familienselbsthilfe und Gesundheitsselbsthilfe ist nicht sinnvoll.

TextDr. Bettina Möller: Der Familienbezug der Selbsthilfe: Bedeutung und Chancen

In der die Tagung schließenden Podiums- und Plenardiskussion schälten sich im Wesentlichen drei Hauptthemen heraus, an denen sich Bedeutung, aber auch Ambivalenz verstärkter Kooperationsbemühungen zeigten:

1. Politische Themen besetzen und Vertretungsanspruch wahrnehmen
2. Profilschärfung contra "Wellenreiten"
3. Beteiligung an den Lokalen Bündnissen für Familie: ja oder nein?

TextFamilienorientierung: Herausforderung für die Selbsthilfeunterstützung

Selbsthilfekontaktstellen, die mit Lokalen Bündnissen für Familie kooperieren, sind eingeladen, ihre Erfahrungen zu veröffentlichen, zum Beispiel im NAKOS-INFO oder auf der Internetseite der Lokalen Bündnisse für Familie www.lokale-buendnisse-fuer-familie.de.

BilderJahrestagung 2005 – der dritte Tag
Ausgewählte Fotos

Die Tagung wurde in Kooperation mit dem Schleswig-Holsteinischen Arbeitskreis der Selbsthilfekontaktstellen (SASK) durchgeführt und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und vom Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren in Schleswig-Holstein gefördert.


Pdf DateiAlle Berichte zur Jahrestagung 2005 (4841kb)
ACHTUNG: sehr große Datei!

Pdf DateiSelbsthilfe und Familie (437kb)
Bericht von Dörte von Kittlitz zur 26. Jahrestagung der DAG SHG, 2005

Pdf DateiSelbsthilfe und Familie (59kb)
Kurze Bilanz der Jahrestagung 2005

Pdf DateiSelbsthilfe und Familie (100kb)
Programm zur 26. Jahrestagung der DAG SHG, 2005




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